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Titel Lettland

Überblick Littauen Lettland Estland

Mittwoch, 19. Juni 2013

Nach dem Frühstück Abfahrt Richtung Riga. Der erste Stopp erfolgt in Palanga, einem ruhigen und gepflegten Städtchen an der Ostseeküste, ca. 25 km von Klaipeda entfernt, das für seine goldenen Sandstrände berühmt ist. Palanga ist Sommerhauptstadt und berühmteste Erholungsort im Baltikum. Danach Weiterfahrt zum Berg der Kreuze bei Siauliai, einem einmaligen Ort, wo die Litauer zum Dank an Gott unzählige Kreuze aufgestellt haben. Bereits auf lettischem Boden in Rundale Besichtigung des prächtigen Barockschlosses von Rastrelli, der ehemaligen Residenz des Kurländischen Herzogs. Schloss Rundale ist die architektonische Perle Lettlands, entworfen vom hervorragenden Architekten Francesco Bartolomeo Rastrelli, der auch Architekt des Winterpalastes in St. Petersburg war. Am Nachmittag erreichen Sie die lettische Hauptstadt Riga. Abendessen und Übernachtung im ****Hotel Neiburgs.

Bei wieder traumhaft schönem Wetter und angenehmen Temperaturen zwischen 20°C und 25°C hieß es heute nun, Litauen auf Wiedersehen zu sagen und das zweite Land auf unserer 3-Länderreise hier im Baltikum zu begrüßen. Doch bevor wir Litauen verließen unternahmen wir noch einen Abstecher in den Kur- und Badeort Palanga. Entlang der Fußgängerzone, die prächtig mit Blumen geschmückt ist, öffneten als wir ankamen die ersten Gartenlokale, um die Touristen zu einem Kaffee einzuladen.

Am breiten und schönen Sandstrand war so früh noch nicht viel los, doch die ersten Gäste marschierten mit Badetaschen an den Ostsee-Strand. Von der Seebrücke aus, die über eine breiten Steg vom Strand her erreicht werden kann, konnte man gut die vielen Seevögel beobachten, die sich hier in Strandnähe tummelten.

Auf dem Rückweg machten wir noch Pause für einen Kaffe in einem der verlockenden Lokale, bevor wir an der katholischen St. Marienkirche wieder von unserem Bus abgeholt wurden.

Ein letzter Abstecher in Litauen auf unserer Fahrt nach Riga folgte noch in der Nähe des Orts Šiauliai, bei dem in rund 12km Entfernung der Berg der Kreuze liegt. Dieser Berg, der ein mittelalterlicher Burghügel gewesen sein soll, dessen Burg im Jahr 1348 von den Kreuzrittern zerstört wurde, diente vermutlich schon seit dieser Zeit als Gebets- und Opferstätte.
Nach einer Legende soll vor einigen hundert Jahren einem Vater, der am Krankenbett seiner Tochter wachte im Traum die Gottesmutter Maria erschienen sein, die ihm sagte, er solle auf dem Berg ein Kreuz errichten. Nachdem er dies getan und wieder nach Hause zurückgekehrt war, war seine Tochter wieder gesund geworden.

An diese Legende erinnert heute noch eine weiße Marien-Statue, die auch auf dem Hügel inmitten der abertausenden Kreuze steht.

Nach einem Besuch von Papst Johannes Paus II im Jahr 1993 wurde in unmittelbarer Nähe des Hügels ein Kloster errichtet. Das von Franziskanern bewohnte Kloster wurde dann im Jahr 2000 eingeweiht. Interessant ist, daß hinter dem Altar kein Altarbild aufgestellt ist, sondern ein großes Fenster den Blick direkt auf den Berg der Kreuze freigibt.

Nun ging es endlich nach Lettland. Der Grenzübertritt war ziemlich unspektakulär, denn die ehemaligen Grenzanlagen waren schon nicht mehr vorhanden und nur einige Schilder ließen erkennen, daß wir nun in einem anderen Land waren. Denn alle drei Länder, die wir hier im Baltikum bereisen sind EU-Mitglieder und gehören dem Schengen-Abkommen an, sodaß wir auf unserer Reise außer beim Check-In am Flughafen keine Reisedokumente vorweisen mußten.

Der erste Punkt in Lettland, noch vor Riga war das wunderschöne, von Rastrelli gebaute Barockschloß Rundale. Das Schloß diente seit 1740 mit Unterbrechungen den kurländischen Herzögen, zuerst Ernst Johann Biron, als Sommerresidenz.

Heute ist das in Staatsbesitz befindliche Schloß mit seinem großen Park Museum und Anziehungspunkt für viele Touristen. Die Räume im Schloß sind mit viel Liebe zum Detail originalgetreu wiederhergestellt und vermitteln so sehr gut einen Eindruck über das Leben des kurländischen Herzogs in den Sommermonaten.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Heute unternehmen Sie eine interessante Rundfahrt durch Rigas mittelalterliche Altstadt mit ihren winkeligen Gassen und zahlreichen Gebäuden aus Romanik und Gotik: der Dom, die Petrikirche, die Große und die Kleine Gilde, das Schwedentor sowie das schöne Architekturensemble der Drei Brüder und romantische Handwerkergässchen. Der Nachmittag steht Ihnen zur freien Verfügung. Abendessen und Übernachtung in Riga.

Zunächst ging es zu Fuß vom Hotel zum Domplatz, der in unmittelbarer Hotelnähe liegt. Der gotische Dom zu Riga stammt aus dem Jahr 1211 und ist die größte baltische Kirche.

In der Reformationszeit fiel der Innenraum den Bilsterstürmern zum Opfer. Heute ist der Innenraum hell und die gotische Struktur der Kirche ist gut erkennbar. Besonders sehenswert ist die barocke Kanzel.

In der Außenerscheinung des Doms kontrastiert der wuchtige Barock-Turm mit dem eleganten, hochragenden gotischen Kirchenschiff.

Durch kleine Gassen ging es weiter durch die Altstadt zur St. Petri-Kirche. Hier vor der Kirche ist auch eine Bronze-Skulptur der Bremer Stadtmusikanten zu sehen, die die Städtepartnerschaft zwischen Riga und Bremen dokumentieren.

Vom Turm der Petri-Kirche hatten wir noch einen schönen Rundblick über Riga, dessen Stadbild hier deutlich vom Dom dominiert wird.

In unmittelbarer Nähe der Petri-Kirche, am Marktplatz befinden sich die Gildhäuser, von denen besonders das Schwarzhäupterhaus zu erwähnen ist, das mit seiner großartig verzierten Backsteinfassade beeindruckt.

Die Schwarzhäupter waren Vereinigungen von Kaufleuten der baltischen Hansestädte. Schutzpatron der Gilde war zunächst St. Georg, aus dessen lokalen Bruderschaften die Schwarzäupter hervorgegangen waren. Der Name "Schwarzhäupter" weißt auf den im Wappen dargestellten Mohrenkopf hin, der als Symbol des Hl. Mauritius, des späteren Schutzpatrons, Einzug in das Wappen fand.

Erst 1939, im Rahmen des Hitler-Stalin-Pakts, wurde die Gilde in Riga aufgelöst und aus dem Vereinsregister gestrichen. Diese gründete sich im Jahr 1960 zunächst in Hamburg unter dem Namen "Compagnie der Schwarzen Häupter aus Riga e.V." neu und zog 1980 in die Partnerstadt Rigas, nach Bremen um. Der berühmte Silberschat der Gilde befindet sich seit 1987 in Bremen und wird dort alljährlich im Herbst zum Brüdermahl der Gilde hervorgeholt.

Hier am Marktplatz holte uns dann der Bus ab, um uns in den nördlich vom Zentrum gelegenen Stadtteil Centra Rajons zu bringen. Dort befinden sich die meisten, der wunderschönen aus der Jugendstil-Zeit stammenden Gebäude, die wir uns nun noch ansehen wollten, bevor wir zurück am Hotel einen freien Nachmittag haben sollten.

Freitag, 21. Juni 2013

Nach dem Frühstück Fahrt über den Gauja-Nationalpark nach Tallinn. Unterwegs halten Sie in Sigulda. Landschaftlich erinnert das Gebiet rund um Sigulda mit seinen roten Sandsteinfelsen tatsächlich ein wenig an die Schweiz, auch wenn die ganz hohen Berge fehlen! Empfehlenswert ist die Guttmannshöhle, eine vom Fluss vor langer Zeit aus dem Sandstein ausgewaschene tiefe Grotte. Sehenswert ist auch die Turaidaburg, die im Jahre 1214 errichtet wurde. Abends Ankunft in Tallinn. Abendessen und Übernachtung im ****Hotel Baltic Imperial.

Und wieder hieß es heute, einem baltischen Land auf Wiedersehen zu sagen. Nach rund einer Stunde Fahrzeit erreichten wir bei Sigulda das neue Schloß.

Am Parkplatz erinnerte die dort aus Metall und Steinen zusammengestellte Armee ein wenig an die Blechbüchsenarmee der Augsburger Puppenkiste.

Vorbei am neuen Schloß ging es zur alten Burgruine Segewold, in deren Wand über dem rechten Fenster noch deutlich das Templer-Kreuz zu sehen ist. Heute dient die Ruine, in deren Innenhof eine Freilichtbühne eingerichtet ist, als Aufführungsort für Konzerte und Musik-Festivals.

Danach ging es zur Guttmanshöhlen, einer großen in den roten Sandstein gewaschenen Höhlen, in der auch eine Trinkwasserquelle entspringt. Hier wurde Majia, die unter dem Namen "die Rose von Turaida" bekannt wurde im Jahr 1620 getötet. Die Legende um die Schönheit erzählt dabei folgende Geschichte:

Im Jahr 1601 nach einer blutigen Schlacht im Polnisch-Schwedischen Krieg fand der Burgschreiber ein kleines Mädchen in den Armen seiner toten Mutter, das er Majia nannte, da dies alles im Mai passierte. Wegen ihrer großen Schönheit und Tugend wurde Majia bald nur noch "die Rose von Turaida" genannt.
Majia verliebte sich in Victor den Sohn des Burggärtners und im Jahr 1620 sollte die Hochzeit stattfinden. Doch im August 1620, im 20. Jahr des Polnisch-Schwedischen Kriegs kamen zwei Offiziere in die Gegend und Adam Jakubowski verfiel sofort Majia und wollte sie besitzen. Mit einem gefälschen Brief von Victor lockte Adam Majia zur Guttmannshöhle, um sich ihrer zu bemächtigen.
Als Majia an der Höhle eintraf erkannte sie die Ausweglosigkeit ihrer Situation und wandte eine List an, um ihre Unschuld zu retten. Sie erzählte Adam, daß sie ein Zaubertuch besäße, das den Träger unverwundbar mache und das sie Adam schenken wolle, falls er sie gehen ließe.
Zum Beweis bot sie Adam an, sie anzugreifen, woraufhin er sie mit dem Schwert schlug, woraufhin Majia tot zu Boden stürzte.
Am Abend fand Victor Majia blutüberströmt an der Guttmannshöhle und er brachte sie zur Burg, wo er sie auf dem nahegelegenen Friedhof beerdigte.

Das Grab des sonst zwischenzeitlich aufgelassenen Friedhofs ist heute noch unter einer alten Linde zu sehen und es wird von der Bevölkerung immer noch verehrt. Viele lettische Brautpaare kommen nach der Hochzeit in die Stadt Sigulda, um dort ihren Brautstrauß von einer Brücke in die Gauja zu werfen und sich im Andenken an die Rose von Turaida ewige Treue zu schwören.

Zwischenzeitlich sind wir bei der Burg von Turaida angekommen, doch bevor wir zum Burghof gehen, spazieren wir noch durch den angrenzenden Park in dem einige neuzeitliche Steinskulputren ausgestellt sind.

Am Ende des Parks befindet sich im angrenzenden Wald eine von großen Bäumen umstandene Stelle, die als Hexenplatz bekannt ist und wo in der heutigen Nacht die Sonnwendfeier von den einheimischen begangen wird.
Die Feiern dauern hier typischerweise 3 Tage und enden in der Nacht vom 24. Juni, dem Johannis-Tag mit einem großen Johannis-Feuer.

Nach der Besichtigung der Burganlage ging es dann wieder zurück zum Bus. Unterwegs machten wir dann noch eine kurze Mittagspause an einem kleinen Rasthof, bevor es dann über die Grenze in das letzte baltische Land unserer Reise ging, Estland.

Überblick Littauen Lettland Estland
Mi., 30 Januar, 2019 19:50