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Samstag, 15. Juni 2013
Transfert und Treffen am Frankfurter Flughafen verliefen pünktlich und ohne Probleme. Lediglich bei Wolfgangs Reisetasche weigerte sich der Baggage-Drop-Off-Kiosk, das Gepäckstück anzunehmen. Hier half dann nur der klassische Check-In mit Personal, was am Bahnhof-CheckIn-Schalter am schnellsten von sich ging, da aufgrund geringer Personalbesetzung die Schlangen an den Gepäckschaltern in Terminal A und B sehr groß waren.
Sie machte dann auch gleich den von allen begrüßten Vorschlag, einen Teil des für den morgigen Sonntag vorgesehenen Besichtigungsprogramms bereits heute am Nachmittag zu unternehmen. Nachdem wir im Hotel angekommen waren, verabredeten wir uns dann für 16Uhr, um dort zu Fuß die direkt beim Hotel liegende Altstadt zu besuchen. Speziell die Höfe der altehrwürdigen Universität von Vilnius wollten wir heute noch besichtigen, da diese Sonntags meist geschlossen sind. Das Wetter für unser erstes Kennenlernen von Vilnius war nicht besser möglich. Bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel, einigen dekorativen weißen Wölkchen und etwas über 20°C konnten wir es besser nicht treffen, um die schönen und von langer Historie erzählenden Gassen und Plätze zu Fuß kennenzulernen. Direkt gegenüber vom Hotel leuchtete die rosafarbene Barockfassade der Kasimir-Kirche, deren an die Jagiellonen-Krone angelehnte Kuppellaterne auch von vielen anderen Orten innerhalb der Altstadt über den Dächern sichtbar war und uns so immer den Weg zu unserem Hotel wies. Während der Sowjet-Zeit diente die Kirche, deren Bau im Jahre 1604 begonnen wurde, als "Museum des Atheismus", in dem der Beweis angetreten werden sollte, daß Religion stets Opium für das Volk sei. Eine Leninstatue anstelle des Altars sollte dies zusätzlich bestätigen. Vom gegenüberliegenden Rathaus im klassizistischen Stil aus dem Jahre 1799 ging es durch die Fußgängerzone und das kleine Judenviertel in Richtung Universität. Die im Jahr 1579 gegründete Universität ist nach der Krakauer Universität die zweitälteste des polnisch-littauischen Staates. Die Universität beeindruckt durch ihre vielen Innenhöfe, die nach verschiedenen Berühmtheiten der Universität und Landesgeschichte benannt sind.
Im Großen Hof, der nach dem Jesuitenprediger Piotr Skarga benannt ist, dominiert die Fassade der Johanniskirche das Bild. Im Innenraum setzt sich diese Pracht fort, wenn man auf den Hauptaltar mit seinen 10 Seitenaltären blickt. Auf dem Rückweg ging es dann noch an der orthodoxen St. Paraskevi Kirche vorbei, bevor wir uns auf der Hotelterasse mit Blick auf die Kasimir-Kirche ein frisches Volfas Engelmann gönnten. Dieses frische Lagerbier sollte auf dieser Reise unser Lieblingsapperitiv werden. |
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Sonntag, 16. Juni 2013 Vormittags Stadtrundfahrt in der von Grossfürst Gediminas 1323 gegründeten Hauptstadt Litauens. Der Rundgang durch die Altstadt macht Sie mit den gotischen und barocken Architekturdenkmälern aus dem 16.-18. Jh., u.a. dem alten Universität-Campus, der St. Annen-Kirche und der wunderschönen Peter-und-Paul-Kirche, bekannt. Nachmittags unternehmen Sie einen Ausflug nach Trakai, der mittelalterlichen Hauptstadt des Grossfürstentums Litauen. Besichtigung der Inselburg aus dem 15.Jh. inmitten der malerischen Seenlandschaft. Abendessen und Übernachtung in Vilnius.
Besiege nicht. Danach fuhren wir noch zu einem Aussichtspunkt im Südosten der Stadt, von dem aus wir noch einmal unsere Rundgänge am gestrigen Tag und heutigen Vormittag Revue passieren lassen konnten.
Der 27km von Vilnius entfernt liegende, ehemalige Sitz der littauischen Herzöge ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für die Bevölkerung und die gut restaurierte Burg ist häufig auch Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen. Die Burg beherbergt heute ein Museum mit Rüstungen und alten Dokumenten. Besonders beeindruckend ist der große Saal mit seinen 21m Länge, der durch ein kunstreiches Sterngewölbe überspannt wird.
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Montag, 17. Juni 2013
Kaunas war viel umkämpfter Schauplatz der Litauerkriege des Deutschen Ordens, der hier seine Territorien in Ostpreußen und Livland zu verbinden suchte. Im Juli 1410 wurde mit der vernichtenden Niederlage von Tannenberg die Schlacht endgültig zugunsten von Polen und Litauen entschieden. Strategisch verlor die Stadt nun an Bedeutung, erlebte aber mit dem 1440 gegründeten Hansekontor einen großen wirtschaftlichen Aufschwung aufgrund ihrer verkehrsgünstigen Lage im polnisch-litauischen Staat. Von einem Aussichtspunkt gegenüber der Stadt konnten wir uns einen ersten Eindruck über die Stadt verschaffen. Besonders interessant war die Fassade der evangelisch-lutherischen Kirche, die mit ihrem schmiedeeisernen Schmuck auf der weißen Fassade ein wenig an ein Smiley-Gesicht erinnert. Danach ging es zur Festungsanlage, wo wir unseren Stadturndgang starteten. Die im Mündungsdreieck von Neris und Memel liegende Burg wurde erstmals 1361 erwähnt und sie blickt auf eine umkämpfte Geschichte zurück. Heute ist die mehrfach in ihrer Geschichte zerstörte Burg wieder gut restauriert und bildet eine malerische Kulisse.
Etwas ungewöhnlich ist auch der Eindruck des Rathauses, das eher an eine barocke Kirche denn an einen Profanbau erinnert. Mit dem interessanten Fahrrad-Kunstwerk, das als etwas größerer Blumenständer dient, boten sich auf dem Rathausplatz interessante Fotomotive.
Nachdem wir uns noch um den Rathausplatz herum in die einzelnen Lokale zu einem Mittagessen verteilt hatten, ging es weiter zum Küstenort Klaipeda, der für die nächsten zwei Nächte unser Quartier sein sollte.
Ännchen heiratete aber den Pfarrer Johannes Partatius, mit dem sie 10 Jahre bis zu dessen Tod zusammenlebte. Danach heiratete sie seinen Nachfolger, der aber wieder bereits nach 6 Jahren verstarb. Im Rahmen der in dieser Zeit üblichen Pfarrwitwenversorgung praktizierten Art, heiratete sie danach auch noch dessen Nachfolger, den sie ebenfalls überlebte. Nun zog sie aber zu ihrem ältesten Sohn, der zwischenzeitlich ebenfalls Pfarrer an der Lutherkirche in Insterburg war.
Bevor wir dann im Hotel ankamen besuchten wir noch einen Schmied in seiner Werkstatt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, schmiedeeiserne Relikte der ostpreusischen Vergangenheit von Memel zu bewahren. In seinem Hof zeigte er uns stolz die vor dem Einschmelzen geretteten Kreuze, die er zu einem kleinen Kunstwerk zusammengestellt hatte.
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Dienstag, 18. Juni 2013 Besichtigung der Altstadt von Klaipeda mit dem Ännchen von Tharau - Denkmal auf dem Theaterplatz, alten Strassen und Gassen mit gut erhaltenen altertümlichen Wohnhäusern, Kunstgalerien, Cafés sowie den alten Lagern, die unter dem Einfluss deutscher Architektur gebaut wurden. Weiterhin entdecken Sie heute die Kurische Nehrung mit ihren wunderschönen Sanddünen, Stränden und romantischen Fischerdörfern sowie dem Thomas-Mann-Haus in Nida. Am Ende Besichtigung des Hexenberges in Juodkrante (Schwarzort). Nachmittags Rückkehr nach Klaipeda, Abendessen und Übernachtung dort.
Bei unserer Abfahrt war der Himmel noch ein wenig verhangen, aber der Wetterbericht versprach einen herrlichen Sommertag und bereits auf der Fähre lichteten sich die Wolken und die Sonne brach mehr und mehr durch. Auf der Halbinsel angekommen hieß es dann noch den Eintritt in den Nationalpark zu entrichten, bevor wir unseren ersten Stop beim Hexenberg in Schwarzort machten.
Zum Glück hatte ich noch etwas Autan eingesteckt, denn im Wald war neben unserem Morgenspaziergang auch die Fütterung der Raubtiere angesagt. Eh man sich versah, diente man nämlich als Nahrungsquelle für eine der unzähligen, hier umherschwirrenden Stechmücken. Heute Nacht werde ich sehen, wie gut das Autan gewirkt hat oder ob es die Biester auch geschafft haben, durch die Kleidung hindurch sich von mir zu ernähren. Auch über die Entstehung der Kurischen Nehrung selbst gibt es eine Sage - natürlich auch in einer Skulptur dargestellt, die Nijole uns unterwegs erzählte.
Beliebt sind die unter Naturschutz stehenden Kormorane bei den Einheimischen und besonders den Fischern nicht, denn neben den Schäden im Wald stellen sie für die Fischer auch eine große Konkurrenz im Kampf um den täglichen Fischfang dar.
Von der Großen Düne fuhren wir dann noch das kurze Stück nach Niden (Nida), wo wir auf einen Parkplatz in der nähe des Wohnhauses von Thomas Mann fuhren, der hier in Niden von 1930 bis 1932 mit seiner Familie lebte. Auffallend im Ortsbild sind auch die vielen auf Masten montierten Verklicker, die - normalerweise auf dem Mast eines Segelbootes angebracht - dem Seemann den Wind anzeigen. Hier im Haff hatten sie aber noch eine andere Aufgabe. So wie das Land zwischen den einzelnen Fischer-Familien aufgeteilt war, war auch der Fanggrund im Haff genau zugeteilt. Damit man nun erkennen konnte, ob ein Fischer auch nur in seinem Gewässer fischte, war auf dem Verklicker detailliert zu erkennen, wem das Boot gehörte. Die kunstvollen als Kurenwimpel oder Kurenkahnwimpel bezeichneten Schilder aus Holz und Blech waren sozusagen die Visitenkarte des Fischers.
Nach der Rückkehr ging es dann am Abend noch in ein schönes Restaurant am nahe gelegenen Hafen, bevor wir gegenüber vom Hotel in einer Studentenkneipe noch einen vom Wirt empfohlenen, lustigen Mitternachtsimbis (mit Käse gefüllte, nicht ganz so runde Kartoffelknödel) gönnten.
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